NEW NOW Festival: Industriekultur trifft auf Digitale Künste

Selbstportrait von MengXuan Sun
© MengXuan Sun

Wie wichtig Technologie und Natur für unsere Gesellschaft ist, hat wohl jede*r in den vergangenen Monaten gemerkt. Wer außerdem Industriekultur und digitale Kunst mag, ist beim NEW NOW – Festival Für Digitale Künste auf dem Welterbe Zollverein in Essen genau richtig, denn das Kunstfestival verbindet Online- mit Vor-Ort-Ausstellung auf der wohl schönsten Zeche der Welt.

NEW NOW Festivalauftakt am 27. August

Ab 27. August startete NEW NOW, das neue Festival für Digitale Künste sowohl digital als auch in der Mischanlage der Kokerei Zollverein. In spektakulärer Industriekulisse wird 60 internationalen Künstler*innen die Möglichkeit gegeben, ihre Werke in einem abwechslungsreichen Programm auszustellen – und viele Kunstfans haben die Chance Kunst in Entstehung hautnah zu erleben. Zusätzlich gibt es Workshops, die zur aktiven Mitgestaltung aufrufen. NEW NOW präsentiert über fünf Wochen bis zum 3. Oktober 2021 die Vielfalt der Digitalen Künste – vom Produktionsprozess bis zur Ausstellung, live und digital. So entstehen in den ersten drei Wochen des Festivals auf zwei Etagen der Mischanlage raumgreifende Kunstinstallationen.

Ausstellungseröffnung am 17. September mit weiteren Highlights

Mischanage in der Kokerei Zllverein
© Thomas Willemsen | Stiftung Zollverein

Vom 17. September bis 3. Oktober verwandelt sich die gesamte Mischanlage dann in eine Kunstgalerie, in der ihr raumgreifende Installationen, virtuelle Landschaften oder performative Skulpturen genießen könnt.

Das Tolle: Neben finalen Werken des Residenzprogramms erwarten euch in der NEW NOW Ausstellung weitere künstlerische Highlights, darunter Joanie Lemerciers Werkreihe »Slow Violence – The Hambach Forest and the Technological Sublime«, welche die Auswirkungen des Übertagebaus auf einen der ältesten Wälder Europas erkundet. Stine Deja fragt mit ihrer Arbeit nach der Bedeutung von Kohle und Feuer für unser Zusammenleben. Studio Above&Below schaffen virtuelle Skulpturen aus den Vermessungsdaten der Ruhr. Und das Virtual Reality Studio Marshmallow Laser Feast zeigt mit ihrer Arbeit »Treehugger: Wawona« das Innenleben des weltweit größten Baums und hinterfragt unsere Beziehung zur Natur in Zeiten von Krise und Wandel.

Another Moon über Zollverein

© Kimchi and Chips

Ein besonderer Genuss wird das Ganze, wenn über der Welterbezeche Zollverein im September ein zweiter, virtueller Mond aufgeht. Nach sechs Jahren Entwicklung wird »Another Moon« bei NEW NOW nicht nur Weltpremiere feiern, sondern die frühere Produktionsstätte für Kohle auch als Produktionsstätte für Kunst zelebrieren. Mit 40 Laserprojektoren gezeichnet und von Sonnenenergie gespeist, erstrahlt die Außeninstallation des koreanischen Künstler*innen-Duos Kimichi and Chips am Himmel über Zollverein und wird nachts bei klarem Wetter kilometerweit zu sehen sein. So befindet ihr euch wirklich mittendrin in den Kunstwerken.

Immersive Sound Nights in der Mischanlage

Immersive Sound Nights in der Mischanlage
© Vartan at Mutek A.E. | TeZ, 2018

Ebenfalls auf dem Programm stehen zwei Immersive Sound Nights in Zusammenarbeit mit MUTEK Montreal, Festival für digitale Kreativität und elektronische Musik. Während der Eröffnungsnacht am 27. August und der Ausstellungseröffnung am 17. September werden renommierte internationale Künstler*innen die Mischanlage mit experimentellen elektronischen Klängen bespielen.

Darunter der britische Komponist und Künstler Matthew Herbert – bekannt durch seine Sountracks wie zum Beispiel »Human Traffic« oder das Musikalbum »The Mechanics of Destruction« sein humorvolles Statement gegen Globalisierung und Konsumkultur –, sammelt in Kollaboration mit dem Essener Projekt Stone Techno neue Klänge unter Tage und fördert so die Geräusche der Gesteine und Kohleflöze der Zeche Zollverein zutage. Mit Herberts Weltpremiere Wishmountain und weiteren audiovisuellen Arbeiten erwartet euch bei den Immersive Sound Nights ein immersives Erlebnis in einzigartiger Industriekulisse, das ihr euch nicht entgehen lassen solltet!

Virtuelles Festival ZECHE

Virtuelles Festival ZECHE
© Christian Mio Loclair

Dabei sein könnt ihr live vor Ort aber auch digital über die interaktive Plattform ZECHE des Medienkünstlers Christian Mio Loclair, der eine digitale »Art-in-Art«-Experience erschafft, indem er die Werke der NEW NOW Künstler*innen in seine Arbeit integriert.

Die virtuelle Zeche geht zeitgleich zum Festivalstart, am 27. August 2021, online und ist quasi ein postapokalyptischer Dschungel in Computerspielästhetik, der die historischen Gebäude Zollvereins überwuchert und das Industriedenkmal als digitalen Ausstellungs- und Veranstaltungsraum nachbaut.

Am 18. und 19. September werden darüber hinaus Fragen rund um das Zusammenspiel von Mensch, Umwelt und Technologie in einer interdisziplinären Konferenz mit dem Titel »Another World Is Possible« diskutiert.

Also, euch erwartet ein Programm für alle Sinne und Sensoren – neue Formen der digitalen Kunstproduktion können live beobachtet und ausprobiert werden, durch den Besuch der Ausstellung, Immersive Sound Night über die Teilnahme an Workshops und Performances, oder im Austausch während der Konferenz. Was will man mehr! Das gesamte Programm findet ihr hier.


NEW NOW – Festival für Digitale Künste | 27.08. – 03.10.2021 | Welterbe Zollverein, Mischanlage, 45141 Essen | Öffnungszeiten: Ausstellung, 18.09. – 03.10.2021, 12:00 – 20:00 Uhr | Festivalpass kaufen | Tickets kaufen |  Mehr Info